Hochwasserschutz-Maßnahmen in Theorie und Praxis

21.06.2016 | MAIN-SPITZE


GINSHEIM-GUSTAVSURG - (uli). „Jetzt noch ein paar Zentimeter, dann ist der Damm dicht.“ Während Rhein und Main derzeit erhöhte Wasserstände aufweisen, übte die Ginsheim-Gustavsburger Wasserwehr am Samstag den Ernstfall. Dabei ging es auch darum, zu trainieren, die Deichtore so schnell wie möglich zu verschließen. Ein Bagger war schon nötig, um die zentnerschwere Wand aus Aluminium einzusetzen, die die Deichsparte beispielsweise in Höhe der Kindertagesstätte auf der Dammstraße verschließt. Vorher wurde kräftig Fett aufgetragen, damit das Metall möglichst reibungslos in die dafür vorgesehenen Schienen gleiten konnte.

Bürgermeister Thies Puttnins-von Trotha (parteilos) begrüßte am Vormittag rund 30 Helfer der ehrenamtlichen Wasserwehr, die sich zum theoretischen Teil der Übung im Treff „Zur Fähre“ direkt am Altrhein einfanden. Hinzu kamen etliche Rathausmitarbeiter, die für den Hochwasserschutz zuständig sind, sowie Betriebsleiter Bernd Kraus mit einigen Beschäftigten des Servicebetriebes Bauhof (SBB).

Details, die bei einem Hochwassereinsatz zu beachten sind, vermittelte Fachberater Rudolf Keller von der Akademie Hochwasserschutz. Die Helfer lernten, welche Indizien auf eine Zuspitzung der Hochwasserlage hindeuten. Erste Maßnahmen der Wasserwehr sind dann Beobachtungsgänge auf den Dämmen der Stadt. Wenn sich bereits hinter den Deichen sogenannte „Sickerwasserlinien“ bilden, müssen diese richtig interpretiert werden, um die Gefährdung der Schutzwälle sicher zu beurteilen, klärte Fachbereichsleiter Edmund Heidl auf. Sind die Rinnsale schmutzig, haben die Wassermassen bereits begonnen, die Deiche zu unterspülen.


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